SP Rapperswil-Jona

17.05.2013: Vernehmlassung Schloss

Die Ortsgemeinde möchte in der Vernehmlassung Antworten auf vier Fragen. Ausgehend davon, dass es sich lediglich um ein Grob-Konzept handelt, nimmt die Sozialdemokratische Partei Rapperswil-Jona wie folgt Stellung:

  1. Wie wurden die Zielsetzungen aus der Ideenwerkstatt/Workshops im vorliegenden Konzept erkannt und umgesetzt?

 Die Zielsetzungen der Ideenwerkstatt, die als Zitat im Konzept Eingang fanden, wurden weitgehend übernommen:

a) „Das Schloss Rapperswil muss einladender werden.“
Mit dem kleinen Empfangsbereich, - kiosk und dem Beginn des Rundgangs beim Gügelerturm wird diese Zielsetzung umgesetzt. Der Empfangsbereich mit Kiosk fügt sich in die bestehende Architektur ein und wird in der vorgeschlagenen Gestaltung nicht als Fremdkörper empfunden. Der Rundgang öffnet Wehrgang und der Gügelerturm wird zugänglich. Im Konzept fehlen Aussagen dazu, wie der Eingang ins Schloss vom Lindenhügel her einladender und offener gestaltet wird.

b) „Es soll zum kulturellen Anziehungs- und Treffpunkt werden.“

Mit der Kooperation mit Institutionen wie dem Stapferhaus Lenzburg, dem historischen Museum St.Gallen usw und der Weiterführung der bisherigen kulturellen Anlässe (zB. Musik im Schloss) wird auch diesem Aspekt Rechnung getragen. Ein Koordination mit anderen Kultur-Anbietern der Stadt (Stadtmuseum, KunstZeugHaus, Alte Fabrik, Bibliothek, Stadtführungen,...) empfiehlt sich hier.

Die Anziehungskraft von Wechselausstellungen, auch wenn sie in Kooperation mit renommierten Partnern erfolgen, darf nicht überschätzt werden. 

c) „Rapperswil-Jona soll sich auf dem Schloss als Gastgeberin zeigen.“

Einheitlicher Auftritt und Vermarktung sowie vermehrte öffentliche Nutzung können dazu beitragen, wenn sie entsprechend gestaltet werden. Das Schloss wirkt allgemein einladender. Eine klare Hinführung zur Stadtgeschichte im Stadtmuseum wäre wichtig.

d) „Turm und Wehrgang sollten zur Besichtigung offen stehen.“

Soweit erfüllt. Ziel sollte aber sein, möglichst viele Räume zugänglich zu machen (Rittersäle, Stuben,...)

e) „ Das Polenmuseum muss sich in ein Gesamtkonzept einfügen, eine inhaltliche Erneuerung / Erweiterung wird empfohlen.“

Ein Gesamtkonzept, das das Polenmuseum in die Pflicht nimmt, ist nicht ersichtlich. Die Schnittstellen sind ungeklärt. Bleibt das Polenmuseum ein in sich geschlossener Bereich mit separatem Eintrittsbillet? Gibt es inhaltliche und museumspädagogische Bezüge zwischen den Ausstellungen innerhalb und ausserhalb des Polenmuseums?

Hier muss vor allem das Verständis geweckt werden, warum das Polenmuseum im Schloss Rapperswil eine Heimat hat und haben muss. Dazu gehört auch die neuere Geschichte. Rund 13000 polnische Soldaten wurden ab 1940 in der Schweiz interniert. Das Polenmuseum mit seiner Bibliothek übernahm dabei die kulturelle Betreuung der Internierten. Der Einbezug des Mausoleums kann auch hier einen Beitrag leisten. Richtig und wichtig ist hier, dass der polnische Staat seinen Beitrag leistet

  1. Welche Eckpfeiler und Bausteine eigenen sich für das neue Konzept; welche eher weniger

    1) Empfang und Café-Bar
    Hier sind alle Informationen über das Schloss verfügbar. Denkbar wäre, dass man hier auch die Infos über den ganzen Rundgang abgibt, so dass die einzelnen Hörstationen unterwegs entfallen.

Dies wäre möglich, wie Beispiele zeigen:
Wie in Basel wäre ein iGuide möglich: „Über einen Mini-Computer im Westentaschenformat und über Kopfhörer kann sich der Besucher jetzt auf die Spuren von bekannten historischen Grössen begeben“, bzw. auf den Schlossrundgang. In Visp ist ein ähnliches System im Einsatz: Hier wir ein CD abgegeben mit dem Titel «Ein Rundgang durch die Burgschaft Visp». Hier hat „Christian Fux hat einen informativen und unterhaltenden Text geschrieben, der von Franziskus Abgottspon
gesprochen wird, eingebettet in Ambiancen, die an den Originalplätzen in Kunstkopfstereophonie aufgenommenworden sind. Das Besondere an dieser Aufnahmetechnik ist, dass beim Anhören mit Kopfhörern die akustische Wirklichkeit sehr realistisch abgebildet wird. Hört man sich also
diese CD über Kopfhörer an, fühlt man sich mitten in der Burgschaft Visp. Und macht man sich mit einem Discman auf den Rundgang durch Alt-Visp, dann verschmilzt das, was auf der CD zu hören ist, nahtlos mit den Umweltgeräuschen, die einem unterwegs umgeben und begegnen.“

Die CDs könnten natürlich – als Souvenirs – auch verkauft werden.

2) Schlossrundgang

An sich ok, die Öffnung des Kräutergartens ist positiv.
Missverständlich ist die Formulierung: „Dort können Besucher entscheiden, ob sie das Polenmuseum oder einen Anlass im Rittersaal besuchen möchten.“ Der Rittersaal sollte eigentlich Bestandteil des Rundgangs sein, auch wenn keine Veranstaltung stattfindet.

3) Wehrgang, Wehrgangszimmer
Eigentlich ist hier zu wenig Platz für die Darstellung der Schlossgeschichte. Mehr Räume für die Ausstellung öffnen!

4) Gügelerturm
Wir sind der Meinung, dass der Gügelerturm selbst im Zentrum stehen sollte und der knappe Raum nicht für (Wechsel-)Ausstellungen genutzt werden sollte.

5) Rittersaal
Wie erwähnt: Teil des Rundganges, wenn nicht durch Veranstaltung besetzt.

6) Polenmuseum
Soll sich auch inhaltlich in Gesamtkonzept einfügen (siehe 1. Frage Abschnitt e) )

7) Mausoleum
Öffnung erscheint sinnvoll.

8) Mehrzweckräume
Begrüssenswert ist der Rückbau zum Originalen.

Je nach Nutzung könnte man die Räume ebenfalls in die Rundgänge miteinbeziehen. Es ist zwar etwas unbefriedigend, weil sie nicht immer öffentlich sind, weil private Veranstaltungen stattfinden können. Da ist die Geschäftsleitung gefordert.

9) Gastronomie
Das Konzept ist im Punkt Gastronomie nicht durchdacht.

Viele Räume sind fürs Catering reserviert. Könnte Raum für die Schlossgeschichte geschaffen werden?

Beim Catering selbst ist darauf zu achten, dass nicht nur hochpreisige Firmen zum Zug kommen, sonst sind Enttäuschungen und Irritationen vorprogrammiert. Der Verzicht auf einen eigenständigen, exklusiven Gastronomiebetrieb ist begrüssenswert.

10) Buvette
Wir gehen davon aus, dass darauf geachtet wird, dass sie sich in die Umgebung einpasst. (Die Visualisierung im Konzept ist von diesem Gesichtspunkt her misslungen.)
Mit dem Hirschpark, den neu gestalteten Spielmöglichkeiten auf dem Lindenhof und dem Schlosszugang wird alles attraktiver. Es ist daher richtig, dass Verpflegungsmöglichkeiten geschaffen werden, die auf die Bedürfnisse und die finanziellen Möglichkeiten von Familien angepasst sind.

11) Schlosshof
Wie bei der Präsentation der Neukonzeption erwähnt, ist der Schlosshof immer zugänglich, was für uns wichtig ist.

12) Geschichts- Kulturvermittlung
Ok, wenn es die Raumverhältnisse zulassen (siehe Punkt 3) Wehrgang und Wehrgangszimmer)

13) Betrieb

Bei der Koordination übernimmt die Geschäftsführung eine zentrale Aufgabe. Wichtig ist, dass die Gesamtführung bei ihr liegt. Es kann nicht sein, dass um das Polenmuseum herum geplant wird.


3. Wie beurteilen Sie aus heutiger Sicht die Thesen der Ideenwerkstatt von 2008; haben diese immer noch Gültigkeit oder müssen diese ergänzt/geändert werden ?

Die in der „Studie Schloss Rapperswil 2009“ zusammen gefassten Thesen und Vorschläge wie auch die Zielsetzungen aus der Ideenwerkstatt sind auch heute noch gültig. Sie fassen auch die Erwartungen der Öffentlichkeit zusammen. Das Schloss wird zugänglich(er). Kultur und Geschichte werden erleb- und erfassbar.

Der Grundsatz, dass das Polenmuseum im Schloss bleibt, wurde in der Zwischenzeit von gewissen Gruppierungen stark hinterfragt. Aus unserer Sicht ist klar, dass Räume im 2. OG, die ja auch vom Innenausbau her polnisch geprägt sind, weiterhin dem Polenmuseum zur Verfügung stehen sollen.

4. Falls Änderungen gewünscht werden, welche Punkte müssten angepasst werden?

Einiges wurde bereits in den vorherigen Punkten ausgeführt. Die Stossrichtung stimmt. Wichtig ist, dass möglichst viele Räume öffentlich zugänglich werden. Das Konzept gibt keine klare Antwort auf die Frage, welche Teile des Schlosses frei, welche mit Eintritt und welche nur für Anlässe zugänglich sind.

Nächste Termine

  • Mi, 29.08. Mitgliederversammlung, 19:00 Neuhof
  • Do, 6.9. Bürgerversammlung, 19:30 Kreuz
  • So, 23.9., Abstimmungssonntag

 

Die SP Rapperswil-Jona ist auf Facebook - immer aktuell informiert
unser Ständerat: Paul Rechsteiners Blog
unsere Nationalrätinnen: Barbara Gysi und Claudia Friedl
vollständige Terminübersicht: sprj.ch/sp-informationen